Regisseur & Medienwissenschaftler · Bielefeld
Mich interessieren Menschen in Übergängen: Momente, in denen vertraute Ordnungen brüchig werden, Rollen sich verschieben und etwas sichtbar wird, das vorher verborgen war. Meine Filme und performativen Arbeiten handeln von Identität, Wahrnehmung und Transformation – und von den Räumen, in denen diese Prozesse stattfinden.
Ausgangspunkt ist dabei auch meine eigene Wahrnehmung: Gefühle, Erfahrungen und Fragen, für die ich eine Form suche. In den fiktionalen Arbeiten entstehen daraus überhöhte Wirklichkeiten, Figuren und Schwellenräume, in denen innere Zustände eine äußere Gestalt annehmen können. Dokumentarisch interessiert mich die umgekehrte Bewegung: vorhandene Lebenswelten ernst zu nehmen, Zusammenhänge zu verstehen und Kontext herzustellen, bevor daraus eine Erzählung entsteht.
Seit 2020 arbeite ich im Artcenter Bielefeld. Film ist der Ausgangspunkt meiner Arbeit; je nach Gegenstand erweitert sie sich in Performance, Projektion, Fotografie, Musik, Forschung oder digitale Systeme.
Zugehörigkeit und Fremdheit, Sichtbares und Verborgenes, Ordnung und Auflösung, Realität und Überhöhung liegen in meinen Arbeiten dicht beieinander. Mich interessieren Räume: Spuren von Arbeit und Verfall, Gerüche, Licht und Schatten.
Mit Die Sechs Echos öffnet sich ein größerer Erzählraum, der mehrere Reisen und Generationen verbindet. Figuren, Motive und Zustände kehren darin wieder und nehmen in einzelnen Werken eigene Formen an.
Die Geschichte beginnt mit der Flucht eines Mannes nach Westen und führt zu einer Gemeinschaft von sechs Menschen in Berlin. Sie entwerfen eine neue Gesellschaft. Als ihr gemeinsamer Traum zerfällt und er spurlos verschwindet, nimmt viele Jahre später sein Sohn die Spur auf.
Am Anfang steht eine Flucht. Die Gesellschaft des Protagonisten zerfällt. Inmitten dieses Zerfalls gerät er selbst ins Visier. Auf dem Weg nach Westen findet er Unterschlupf an fremden Orten, begegnet Menschen, die längst eigene Wege gewählt haben, und reist durch eine Welt im Umbruch.
Sein Weg führt durch die Furchen einer bröckelnden Zivilisation: durch Städte, deren Ordnung von innen fault und deren Straßen im Chaos versinken, bis in die Tiefen des europäischen Waldes. Dort gerät er in eine Grenzwelt, in der die alten Regeln nicht mehr greifen und neue ausgehandelt werden. Vertrauen gilt auf Zeit, Sicherheit reicht oft nur bis zur nächsten Grenze. Sprachen, Blicke und Geschichten prasseln auf ihn ein und trüben Stück für Stück seine Erinnerung an das, was er zurückgelassen hat.
In Berlin beginnt ein neues Kapitel. Sechs Menschen treffen aufeinander. Sie denken verschieden und wollen doch dasselbe: eine neue Gesellschaft. Aus Freundschaft wird ein Plan, und sie setzen ihn um – bis die alte Welt wieder an die Tür klopft. Aus Widerspruch wächst Zwietracht. Ein Krieg droht. Er verschwindet ohne Spur.
Viele Jahre später nimmt sein Sohn die Spur auf. Der Schreiberling sucht die Echos. Sie leben inzwischen über ganz Europa verstreut. Er will verstehen. Doch er darf nichts erfahren – zu groß ist die Gefahr.
In Die Tür wird eine stillgelegte Druckerei zum Ausgangspunkt einer Reise durch Sehnsüchte, Ängste und Selbstbilder. Liminal Space überführt verwandte Fragen in eine performative Anordnung aus Körper, Bewegung, Licht, Projektion, Musik und Raum.
Meine medienwissenschaftliche Arbeit ist mit diesen künstlerischen Fragen verschränkt. Sie schärft Begriffe, macht wiederkehrende Strukturen sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf das, was in den Arbeiten entsteht. Umgekehrt führen Beobachtungen aus Filmen, Performances und anderen Projekten zurück in die Forschung. So entwickeln sich künstlerische Praxis und theoretische Arbeit wechselseitig weiter.
Daneben dokumentarische, redaktionelle und medienpädagogische Filmarbeiten für Institutionen — dokumentiert in den Arbeitsproben — sowie Crew- und Produktionserfahrung in Spielfilm-, Dokumentar- und TV-Produktionen: Crew United · IMDb
Ich entwickle Stoff, Form und Arbeitsweise aus dem jeweiligen Gegenstand heraus. Ein Film, eine Performance oder eine dokumentarische Arbeit beginnt für mich deshalb nicht mit einem festen Format, sondern mit der Frage, welche Form eine bestimmte Erfahrung oder Beobachtung überhaupt tragen kann.
Dabei arbeite ich über klassische Zuständigkeitsgrenzen hinweg. Produktion, Kamera, Montage, Musik, Projektion, technische Systeme oder Forschung können Teil desselben Entwicklungsprozesses werden, wenn die Arbeit sie benötigt.
Autorschaft bedeutet für mich dabei nicht, alles allein zu machen. Film und Bühne bleiben kollektive Formen. Entscheidend ist, die innere Logik einer Arbeit konsequent zu entwickeln und daraus die richtigen Menschen, Mittel und Strukturen zusammenzubringen.
Hinter dieser Arbeit steht eine über viele Jahre aufgebaute Produktionspraxis. Sie reicht von Stoffentwicklung und Regie über Produktion und Postproduktion bis zu räumlichen Medieninstallationen, technischen Workflows, Wissenssystemen und neuen digitalen Werkzeugen.
Diese Breite gehört für mich zu einer zusammenhängenden Praxis. Sie erweitert den Raum dessen, was ich konzipieren und realisieren kann: Ideen können über unterschiedliche Medien hinweg entwickelt, ihre Produktionsbedingungen gezielt hergestellt und komplexe Vorhaben von der ersten Konzeption bis zur Umsetzung getragen werden.
Gleichzeitig ist diese Infrastruktur eigenständige berufliche Praxis in Projekten für Kultur, Medien, Bildung, Wissenschaft und Unternehmen. Eine ausführlichere Übersicht dieser Arbeiten befindet sich unter Arbeitsproben.
Kompetenzen aus den gezeigten Projekten — gruppiert und dort abgestuft, wo eine Einordnung sinnvoll ist. Identisch mit der Übersicht in der Arbeitsproben-Mappe.
Formatentwicklung · Storytelling, Dramaturgie, Regie · Drehbuch, Treatment, Storyboard, Shotlist · Kamera, Licht und Ton · Fotografie: Unternehmen, Industrie, Porträt, Luftbild · Schnitt, Color Grading, Postproduktion · Motion Design und 2D-Animation · Sounddesign, Mischung und eigene Filmmusik · Projektionsdesign und Live-Mapping · Ausspielung für Fernsehen, Web, Social Media, Bildungsformate und Bühne · mehrsprachige Fassungen und Untertitel
Verantwortung von der Idee bis zur Auslieferung · Produktionsplanung, Disposition, Drehorganisation · Kalkulation, Angebote, Budgets, Nachträge · Führung von Teams bis 25 Personen · Steuerung externer Produktionspartner · Zusammenarbeit mit Redaktionen, Fachpersonal und Institutionen · Aufbau von Studios und Produktionsinfrastruktur · Freigabe-, Korrektur- und Übergabeprozesse · dokumentierte, reproduzierbare Workflows
Analyse komplexer Bedarfe und Übersetzung zwischen Fachwelten · Entwicklung und Erprobung tragfähiger Prozesse, Wissensarchitekturen und Prototypen · iterative Umsetzung über Feedback-, Freigabe- und Übergabeschleifen · Einführung neuer Arbeitsweisen sowie Schulung und Begleitung von Teams in institutionellen Kontexten · KPI-, Mess- und Auswertungslogiken zur Wirkungsprüfung · dokumentierte Strukturen, die Wissen langfristig nutzbar und von anderen weiterführbar machen · verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen gesellschaftlichen Themen, Quellen und Perspektiven
Recherche und Themenentwicklung · journalistische Aufbereitung komplexer Sachverhalte · Zusammenarbeit mit TV-Redaktionen · Interviewführung, Arbeit mit Zeitzeugen und Fachleuten · verantwortungsvoller Umgang mit sensiblen Themen, Quellen und Bildmaterial · Anpassung an Kanäle und Zielgruppen · Konzeption und Leitung von Film- und Medienworkshops · eigene didaktische Methoden · Schulung von Teams in Redaktions-, Produktions- und Social-Media-Prozessen
Aufbau von Produktions- und Redaktionsworkflows · Betriebshandbücher, Checklisten und technische Dokumentation · Redaktionspläne und Content-Architekturen · Kennzahlen- und Auswertungslogiken · Systeme, die andere selbstständig weiterführen können · technische Medieninfrastruktur für Rendering, Postproduktion und Live-Ausspielung · Webplattformen und Wissenssysteme · Datenschutz und Datensouveränität als Entwurfsprinzip
Adobe Creative Cloud (Premiere Pro, After Effects, Photoshop, InDesign, Illustrator) · DaVinci Resolve inkl. Fusion und Fairlight · Logic Pro · Lightroom · Celtx · MadMapper · Kamera-, Licht- und Tontechnik (u. a. RED, Sony, Panasonic) · Drohnenproduktion und Luftbild-Stitching · Projektions- und Medienserver-Technik
HTML, XML (Auszeichnung, Annotation, Datenverarbeitung), CSS, PHP (erweiterte Kenntnisse) · Python, Node-RED, YAML-Konfiguration (gute Kenntnisse) · Astro und TypeScript in eigenen Webplattformen · MQTT, OSC, Art-Net für Show- und Anlagensteuerung · Server- und Rechnerinfrastruktur (Linux, Windows, macOS): Aufbau, Wartung, Automatisierung · lokale RAG-Wissenssysteme
generative KI in realen Auftragsproduktionen · KI-gestützte Previsualisierung · KI-generierte Inhalte für Live-Projektionen
Deutsch (Muttersprache) · Englisch (verhandlungssicher, auch Arbeits- und Workshopsprache) · Russisch (mündlich sicher; Arbeitssprache in zweisprachigen Bildungs- und Filmprojekten) · Französisch (Grundkenntnisse)
Toljatti liegt 800 Kilometer Luftlinie südöstlich von Moskau am östlichen Ufer einer Wolgaschleife und ist vor allem durch die Lada-Werke bekannt.
Meine Eltern entschieden nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, nach Deutschland zurückzukehren.
Seit 1994 lebe ich in Ostwestfalen-Lippe. Aufgewachsen bin ich in Bielefeld.
Fotograf und Mediendesigner; Hochzeitsfotografie und Hochzeitsfilm
Gymnasium am Waldhof Bielefeld
FHM Bielefeld
Film & Fotografie
Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern, Institutionen und Unternehmen
Galileo (Pro7): Postproduktion, Redaktion, Technik, Second Unit, Set Assistant
The Class of ’39 (ARD): Second Unit Assistant, Set Assistant
Open Desert (Sat.1): Casting Camera
Bayern! / Bavaria! (BR / ARTE): Postproduktion
Verliehen vom Filmhaus Bielefeld;
Musikvideo „Saint – Extrablatt“
Bielefelder Stadtgeschichten
Der Puppenbauer; Laub und Herbst; Feldmanns Riesenrad: Portraits (TV)
Hermannsdenkmal; Sparrenburg; Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica: Timelapses und Hyperlapses (Online)
Projekt Lesbos – Zwischen Hoffnung und Leid (Flüchtlingsprojekt in Zusammenarbeit mit dem WDR und der Neuen Westfälischen)
Kreative Leitung des offiziellen „Rausch“-Kinotrailers für den Bilderbeben-Kurzfilmwettbewerb 2017;
Projektbegleitende Beratung von Filmhaus-Mitgliedern sowie Betreuung unterschiedlicher
Filmproduktionen.
www.filmhaus-bielefeld.de
www.filmreiz.de
Entwicklung von dokumentarischen Inhalten und szenischen sowie narrativen Filmstoffen.
Regie, Drehbuch, Musik · Film ansehen · Trailer
Was ist Illusion und Wirklichkeit? Mensch und Umwelt verändern sich.
Die Bewohner einer mittleren Großstadt suchen eine alte verlassene Druckerhalle am Rande eines Waldstücks auf.
Hier wird ihnen versprochen, mehr über sich selbst erfahren zu können – doch jeder Besucher hat einen individuellen Preis zu bezahlen.
Ein eigenartiger Pförtner empfängt die Suchenden und überreicht ihnen jeweils einen auf sie zugeschnittenen Schlüssel.
Das Öffnen der Tür läutet schließlich eine Reise ein – der Raum als Spiegel ihrer selbst.
Mit ihren verborgenen Sehnsüchten und Ängsten konfrontiert, verschwimmt zunehmend die Grenze zur Realität.
Verliehen im Bambikino für „Die Tür“ (Experimentalfilm)
Kurzfilmfestival GT
Hinter Glas: die stillgelegte Druckerei des Westfalen-Blatts — Drehort von „Die Tür“; in der Scheibe spiegelt sich ein Plakat von „Das Salz der Erde“. (Foto: Natalia Ehret)